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Ulf Mattern

Ulf Mattern is a Business Intelligence Consultant and co-leader of the internal EDW team at Scalefree. Holding an M.Sc. in Digital Transformation, he specializes in Data Vault 2.0 modeling, Python engineering, and cloud data architecture for international leading companies. Ulf combines deep technical mastery across Snowflake, Databricks, and AWS with strategic leadership as the co-designer and manager of the Scalefree Academy.

AI Act im Fokus: Verantwortungsvolle KI für Ihr Unternehmen sicherstellen

AI Act Business Intelligence Architecture graphic

AI Act

Das Gesetz über künstliche Intelligenz (AI Act) ist seit dem 1. August 2024 in Kraft und wird schrittweise wirksam. Als neuer rechtlicher Meilenstein bringt der AI Act verbindliche Anforderungen an den Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen mit sich, um die verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung dieser Technologie in der EU zu fördern. Doch anstatt im risikobasierten Ansatz des AI Act nur Hürden zu sehen, eröffnet er Unternehmen auch vielfältige Chancen für eine zukunftsorientierte KI-Strategie.

In unserem Newsletter werfen wir einen ersten Blick auf den neuen rechtlichen Rahmen und dessen Bedeutung für Ihr Unternehmen. Zudem zeigen wir, wie Unternehmen gesetzliche Compliance strategisch nutzen können, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und innovative Geschäftsmodelle voranzutreiben.

AI Act im Fokus: Verantwortungsvolle KI für Ihr Unternehmen sicherstellen

Der AI Act der EU ist da! Erfahren Sie, wie sich diese wegweisende Regulierung auf Ihr Unternehmen auswirkt. Wir analysieren den risikobasierten Ansatz für KI-Systeme mit Fokus auf Hochrisiko-Anwendungen und Compliance-Anforderungen. Entdecken Sie praktische Schritte zur Gewährleistung von Transparenz und erfahren Sie, wie Sie Tools wie AI-Marts für eine effektive AI-Governance nutzen können.

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Was ist der AI Act und warum sollten Sie sich dafür interessieren?

Der AI Act zielt darauf ab, die Nutzung künstlicher Intelligenz innerhalb der EU sicherer und vertrauenswürdiger zu machen, indem klare Regeln für die Entwicklung und den Einsatz von KI-Systemen geschaffen werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz von Grundrechten, Gesundheit und Sicherheit. Der rechtliche Rahmen basiert auf einem risikobasierten Ansatz: KI-Anwendungen werden je nach ihrem Gefährdungspotenzial für die Gesellschaft in vier verschiedene Kategorien eingeteilt, von minimalen bis hin zu inakzeptablen Risiken. Konkret sieht der AI Act folgende Kategorien vor:

  1. Inakzeptables Risiko: KI-Systeme, die eine Bedrohung für Grundrechte oder die Sicherheit darstellen – wie etwa Systeme für Social Scoring oder manipulative Praktiken, sind verboten.
  2. Hohes Risiko: Diese Systeme sind streng reguliert und umfassen Anwendungen in kritischen Bereichen wie biometrische Identifizierung, Gesundheitswesen, Verkehr, Bildung und Beschäftigung. Unternehmen, die Hochrisiko-KI einsetzen, müssen strenge Compliance-Standards erfüllen.
  3. Begrenztes Risiko: Diese Systeme unterliegen weniger Einschränkungen, müssen jedoch Transparenzanforderungen einhalten. Beispielsweise müssen Chatbots die Nutzer darüber informieren, dass sie mit einer KI interagieren.
  4. Minimales oder kein Risiko: Die am wenigsten regulierte Kategorie umfasst KI-Anwendungen wie Spam-Filter oder KI-gestützte Videospiele.

Der AI Act ist für Unternehmen von großer Bedeutung, da die neuen Anforderungen nicht nur Compliance-Pflichten mit sich bringen, sondern auch Chancen eröffnen, Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Durch die frühzeitige Anpassung an die gesetzlichen Vorgaben können Unternehmen das Vertrauen von Kunden und Partnern stärken, Risiken minimieren und Innovationen verantwortungsvoll vorantreiben. Ein fundiertes Verständnis der Regulierung ermöglicht es ihnen, den rechtlichen Rahmen strategisch zu nutzen und sich im internationalen Vergleich besser zu positionieren.

Für Unternehmen, die in der EU oder mit EU-Partnern tätig sind, wird die Einhaltung des AI Act daher ein entscheidender Faktor sein. Eine Nichteinhaltung kann erhebliche Strafen nach sich ziehen bis zu 7 % des weltweiten Jahresumsatzes oder 35 Millionen Euro, je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Da die Gesetzgebung schrittweise greift, empfiehlt es sich für Unternehmen, im ersten Schritt ihre KI-Tools zu überprüfen und zu analysieren, wie diese Systeme im neuen Rahmenwerk klassifiziert und reguliert werden, um die erforderlichen Pflichten rechtzeitig umzusetzen.

Erfüllen Sie die Anforderungen des AI Act schon heute!

Die Vorbereitung auf den AI Act erfordert ein proaktives und ganzheitliches Vorgehen. Stellen Sie Compliance sicher, minimieren Sie Risiken und schaffen Sie Vertrauen in Ihre KI-Anwendungen.

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Aus Sicht des Data Warehousing: Wie kann ein AI-Mart helfen?

Während sich Unternehmen darauf vorbereiten, die Anforderungen des AI Act der Europäischen Union zu erfüllen, ist es von entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass Daten und KI-Systeme den neuen Vorschriften entsprechen. Zentral hierbei sind die Konzepte von Data-Governance und Traceability (Rückverfolgbarkeit), insbesondere für KI-Modelle, die als Hochrisiko-Systeme eingestuft sind. Ein modernes Data Warehouse (DWH), insbesondere auf Basis von Data Vault 2.0, in Kombination mit einem spezialisierten AI-Mart, kann das notwendige technische Fundament für die Compliance bieten: Es verwaltet den Datenlebenszyklus, gewährleistet transparente Prozesse und protokolliert alle Aktivitäten von KI-Modellen lückenlos. Data Vault 2.0 bietet hierfür zahlreiche Vorteile: Es unterstützt agile Entwicklung, wodurch rasche Anpassungen an neue Geschäftsanforderungen ermöglicht werden; es gewährleistet Skalierbarkeit für die nahtlose Verarbeitung wachsender Datenmengen; und es bietet durch seine Architektur eine lückenlose Historisierung (Historical Tracking), was Audits und die Überprüfung der Compliance erheblich erleichtert.

Im Kontext von KI ist das AI-Mart ein spezialisiertes Data Mart innerhalb eines DWH, das gezielt auf die Verwaltung von KI-Trainingsdaten ausgerichtet ist. Sein Zweck ist es, eine strukturierte und regelkonforme Umgebung für die Speicherung und Kuratierung von Datensätzen bereitzustellen, die zum Trainieren, Validieren und Testen von KI-Modellen verwendet werden. Im Gegensatz zu einem traditionellen Data Mart verfügt das AI-Mart über speziell auf KI zugeschnittene Funktionen wie erweiterte Metadaten, Tracking und die Dokumentation des Modelltrainings.

Kernfunktionen eines AI-Marts

  1. Data Curation für das KI-Training: Das AI-Mart speichert Daten, die speziell für das Training von KI-Modellen kuratiert wurden, und stellt sicher, dass alle Datensätze bereinigt, unverzerrt (unbiased) und von hoher Qualität sind. Integrierte Data-Governance-Regeln stellen sicher, dass nur validierte Daten in das Mart gelangen. Dies gewährleistet die Einhaltung der Anforderungen des AI Act für Hochrisiko-KI-Systeme, bei denen Daten vertrauenswürdig, präzise und frei von Verzerrungen sein müssen.
  2. Metadaten und Dokumentation: Das AI-Mart speichert Metadaten zu jedem Datensatz, einschließlich dessen Quelle, angewendeter Transformationen und dessen Verwendung in spezifischen KI-Modellen. Diese Metadaten sind unerlässlich für die Traceability und stellen sicher, dass jeder in einem KI-Modell verwendete Datenpunkt bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt und alle Änderungen dokumentiert werden können.
  3. Data Versioning und Data Lineage: Bei KI-Anwendungen ist es entscheidend sicherzustellen, dass Modelle aktuelle und verlässliche Daten nutzen. Das AI-Mart unterstützt Data Versioning, sodass Teams mehrere Versionen von Datensätzen verwalten und Änderungen im Zeitverlauf nachvollziehen können. Das Data-Lineage-Tracking stellt sicher, dass der gesamte Lebenszyklus der Daten – von der Ingestion bis zur Nutzung in KI-Modellen – vollständig nachvollziehbar ist, und liefert den für die Einhaltung des AI Act erforderlichen, umfassenden Audit-Trail.

Aus diesem Grund ist ein robustes Data-Governance-Framework entscheidend für die Einhaltung des AI Act. Durch die Integration eines Data Warehouse (DWH) mit einem AI-Mart können Unternehmen strenge Governance-Maßnahmen etablieren, die die Qualität und Verlässlichkeit von KI-Trainingsdaten sicherstellen. So prüfen beispielsweise automatisierte Validierungs-Pipelines innerhalb des DWH, dass nur Daten verwendet werden, die vordefinierten Qualitätsstandards entsprechen, wodurch Fehler, Verzerrungen (Biases) und unvollständige Informationen minimiert werden. Dies ist besonders wichtig für Hochrisiko-KI-Anwendungen, wie etwa in der biometrischen Identifizierung oder im Gesundheitswesen, wo eine mangelhafte Datenqualität zu schädlichen oder ungenauen Ergebnissen führen könnte.

Um die Vorgaben des AI Act zu erfüllen, müssen Unternehmen die Rückverfolgbarkeit in ihren KI-Systemen sicherstellen, indem sie zentrale Phasen des KI-Prozesses, von der Datenaufbereitung bis zur Modellnutzung nachverfolgen und dokumentieren. Die Integration von KI-Modell-Logs in ein Data Warehouse (DWH) spielt hierbei eine zentrale Rolle und bietet ein zentralisiertes System zur Überwachung und Speicherung kritischer Informationen über die Funktionsweise von KI-Modellen und deren Interaktion mit Daten.

AI Act Business Intelligence Architecture graphic

Protokollierung von KI-Entscheidungen und -Outputs: Jedes Mal, wenn ein KI-Modell Daten verarbeitet, sollten automatisch Logs generiert und im DWH gespeichert werden. Diese Protokolle erfassen wesentliche Details wie Eingabedaten, Feature-Transformationen, Modellparameter, Entscheidungsschwellenwerte und Ausgabewahrscheinlichkeiten. Durch das Laden dieser Logs in das DWH schaffen Unternehmen einen detaillierten Audit-Trail der KI-Aktivitäten und stellen sicher, dass zentrale Aspekte der Modelloperationen dokumentiert sind.

Log-Aggregation und -Speicherung: Protokolle von KI-Modellen sowohl während des Trainings als auch im Produktivbetrieb können als Teil der AI-Mart-Infrastruktur kontinuierlich in das DWH eingespeist werden. Diese Logs können Folgendes umfassen:

  • Modelltrainings-Logs: Dokumentation darüber, wie das Modell trainiert wurde, welche Datensätze verwendet und welche Parameter während des Trainings angepasst wurden.
  • Modellinferenz-Logs: Erfassung der Eingabedaten, der generierten Features und jeder vom Modell getroffenen Vorhersage.
  • Performance-Metriken: Speicherung von Evaluierungsmetriken wie Accuracy, Precision und Recall, die dabei helfen, die Leistung des Modells im Zeitverlauf zu überwachen und Model Drift frühzeitig zu erkennen.

Durch die Speicherung dieser Logs im DWH können Unternehmen detaillierte Aufzeichnungen über die Operationen von KI-Modellen für regulatorische Zwecke führen.

Abfrage und Auditierung von Logs: Die Abfragewerkzeuge des DWH ermöglichen es Compliance-Teams, Berichte zu erstellen, die zeigen, wie Modelle arbeiten, welche Daten verwendet wurden und wie sich das KI-Modell entwickelt hat. Dies vereinfacht die Reaktion auf behördliche Audits und belegt die Einhaltung der Anforderungen des AI Act.

Durch die Kombination eines DWH mit einem AI-Mart für KI-Trainingsdaten und das Laden von KI-Modell-Logs in dieselbe Infrastruktur können Unternehmen ein umfassendes Framework für die AI-Act-Compliance aufbauen. Dieser Ansatz unterstützt Data-Governance zur Sicherstellung qualitativ hochwertiger Daten für KI-Modelle und gewährleistet Traceability, sodass Unternehmen jeden Aspekt ihrer KI-Systeme nachverfolgen und auditieren können. Dies erfüllt nicht nur regulatorische Vorgaben, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Nachvollziehbarkeit beim Einsatz von KI-Technologien.

Kommende Ressourcen und Events

Für weitere Informationen kontaktieren Sie unser Team unter: [email protected].

Abschließende Bemerkungen der Autoren

Der AI Act sollte nicht nur als regulatorische Herausforderung verstanden werden, sondern auch als Chance für Unternehmen, sich durch vertrauenswürdige und ethische KI-Praktiken zu differenzieren. Während sich künstliche Intelligenz kontinuierlich weiterentwickelt, werden Unternehmen, die Compliance, Transparenz und menschliche Aufsicht priorisieren, in den kommenden Jahren deutlich besser aufgestellt sein. Indem Unternehmen jetzt proaktiv Maßnahmen ergreifen, um die Compliance zu sichern, können sie die KI-Regulierung in einen strategischen Wettbewerbsvorteil verwandeln und nachhaltig Vertrauen bei Kunden, Partnern sowie Aufsichtsbehörden aufbauen.