Visual Data Vault
Der folgende Artikel beschreibt die Darstellung von Links anhand eines praxisnahen Beispiels aus Visual Data Vault. Mit dem Aufkommen von Data Vault 2.0, das den Data Vault 1.0-Standard um Architektur– und Prozessdefinitionen erweitert, hat Dan Linstedt die in der Modellierung genutzten Symbole standardisiert. Auf Basis dieser standardisierten Symbole wurde die Modellierungssprache Visual Data Vault (VDV) entwickelt, die EDW-Architekten beim Aufbau von Data-Vault-Modellen unterstützt.
Als unsere Gründer ihr Buch schrieben, benötigten sie einen visuellen Ansatz, um die Konzepte von Data Vault verständlich zu modellieren. Zu diesem Zweck entwickelten sie eine grafische Modellierungssprache, die sich auf die logischen Aspekte von Data Vault konzentriert. Die passenden Microsoft-Visio-Schablonen und ein detailliertes Whitepaper stehen auf www.visualdatavault.com zum kostenlosen Download bereit.
In this article:
Links in Visual Data Vault
In einem früheren Beitrag haben wir bereits gezeigt, wie Hubs im Finanzbereich modelliert werden. In diesem Artikel erklären wir die Funktion von Standard-Links und wie die Modellierung speziell in der Bankenbranche funktioniert.
Links verbinden einzelne Hubs in einem Data-Vault-Modell und repräsentieren entweder Transaktionen oder Beziehungen zwischen Business-Objects. Im laufenden Geschäftsbetrieb sind Business-Objects stets miteinander verknüpft – kein Business-Object existiert völlig isoliert von anderen. Stattdessen werden sie durch die operativen Geschäftsprozesse miteinander verbunden, welche diese Objekte bei der Ausführung ihrer Aufgaben nutzen. Das folgende Diagramm veranschaulicht einen Link, der zwei Hubs miteinander verbindet (ein Standard-Link erfordert mindestens zwei Verbindungen):

Der Link im obigen Beispiel referenziert zwei Hubs: Account und Customer. Die Verbindungslinie (der Pfeil) ist zu lesen als: „(Der Hub) Customer wird verwendet von (dem Link) Account to Customer“. Die zweite Referenz unterscheidet sich leicht, da der Name der Verbindung zwischen dem Account-Hub und dem Link durch die fachliche Rolle eines Kredit- oder Debitoren-Accounts überschrieben wird. Dies ist immer dann erforderlich, wenn das Modell eine präzisere fachliche Semantik benötigt oder wenn mehrere Verbindungen zum selben Hub bestehen. Die Hash-Keys jedes Hubs, die jedes Business-Object über ein berechnetes Attribut eindeutig identifizieren, werden unter Verwendung desselben Attributnamens in die Link-Entität repliziert.
Ein Link bildet n:m-Beziehungen (Many-to-Many) ab und bietet dadurch eine hohe Flexibilität: Änderungen an den Business-Rules erfordern kein aufwendiges Re-Engineering, und die Granularität wird durch die Anzahl der referenzierten Hubs klar ausgedrückt und transparent dokumentiert.

Der Link enthält alle Hash-Keys der zugehörigen Hubs (als logische Fremdschlüssel), ein Load Date (das den ersten Eingang der Beziehung im Data Warehouse dokumentiert), die Record Source der Daten sowie den Link-Hash-Key (als logischen Primärschlüssel). Letzterer wird aus den Business-Keys der Hubs berechnet – nicht aus den Hash-Keys, denn: Hashen Sie niemals einen Hash! Zudem folgt die Beladung einem reinen Insert-only-Muster.
Links erhöhen die Flexibilität des Data-Vault-Modells erheblich, da sich neue Links leicht hinzufügen und bestehende Beziehungstypen mühelos anpassen lassen. Dadurch verkürzt sich die Reaktionszeit auf geschäftliche Veränderungen spürbar. Um neue Funktionalitäten zu ergänzen, fügen Sie lediglich neue Hubs hinzu und verbinden diese über Links mit den bestehenden Strukturen. In der Regel wird dem Link ein Standard-Satellite angehängt, der die beschreibenden Daten der Beziehung enthält.
Eine weitere verbreitete Form ist der Non-Historized Link (auch als Transactional Link bekannt). Dieser speichert ausschließlich Transaktionsdaten, benötigt keinen Satellite und folgt strikt einem Insert-only-Lademuster. Weitere Details zum Mehrwert von NH-Links finden Sie in einem unserer früheren Beiträge aus diesem Jahr.
Fazit
Die Modellierungssprache Visual Data Vault bietet einen standardisierten und hocheffizienten Ansatz zur Abbildung komplexer Beziehungen und Transaktionen in der Bankenbranche. Durch die gezielte Verknüpfung von Business-Objects über Links entsteht eine klare, logische Struktur, die reale Geschäftsprozesse präzise abbildet. Diese Methodik steigert nicht nur die Transparenz von Datenmodellen, sondern vereinfacht auch das Datenmanagement sowie spätere Datenabfragen nachhaltig was sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Enterprise Data Warehouse-Architekten macht.
