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Marc Winkelmann

Marc Winkelmann is a Senior Managing Consultant and Certified Data Vault 2.1 Trainer at Scalefree with over 8 years of BI experience. A Snowflake SnowPro Advanced Data Engineer and dbt Certified Developer, he specializes in cloud migrations (AWS, Azure, Snowflake) and enterprise data strategy. Marc holds a Master’s in BI & Analytics and is an expert in coaching teams through complex data transformations.

Green-Bond-Reporting in Rekordzeit bei Grenke AG

Green-Bond-Reporting

Nachhaltigkeit und Transparenz sind längst mehr als nur Buzzwords – heutzutage gehören sie zum Selbstverständnis moderner Unternehmen. Green Bonds gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie gezielte Investitionen in nachhaltige Projekte ermöglichen. Ein professionelles und prüfungssicheres Reporting ist entscheidend, um Vertrauen bei Investoren, Wirtschaftsprüfern und anderen Stakeholdern zu schaffen.

Unser Kunde Grenke vertraute bereits auf unsere Expertise und hatte ein Data Warehouse auf Basis von Data Vault 2.0 implementiert. Die Prozesse wurden weitgehend automatisiert, sodass Datenquellen effizient integriert und verarbeitet werden konnten. Als eine neue Anforderung für das Green-Bond-Reporting entstand, konnten wir diese dank des bereits bestehenden, skalierbaren Setups in nur einem Monat umsetzen.

Ausgangslage: Ein bestehendes, automatisiertes Data Warehouse

  • Data-Vault-2.0-Architektur als Fundament:
    Grenke nutzte bereits eine robuste Data-Vault-2.0-Architektur, die dank ihrer klaren Strukturen (Hubs, Links und Satellites) eine flexible und erweiterbare Datenspeicherung ermöglicht.
  • Automatische Modellgenerierung:
    Durch den Einsatz von Templates und metadatengesteuerten Ansätzen können Data-Vault-Modelle automatisch generiert werden. Dies reduziert den manuellen Aufwand, erhöht die Standardisierung und verbessert die Datenqualität.
  • Qualitätsprüfungen und Revisionssicherheit:
    Plausibilitätsprüfungen, Historisierung und metadatenunterstützte Prozesse sorgten bereits für eine hohe Datenqualität und Nachvollziehbarkeit – essenziell für Audits und Reporting.

Diese Voraussetzungen bildeten das perfekte Sprungbrett, um das neue Green-Bond-Reporting schnell und zuverlässig in das bestehende System zu integrieren.

Neue Anforderung: Green-Bond-Reporting

Mit dieser neuen Anforderung stand Grenke vor der Herausforderung, spezifische ESG-Kennzahlen sowie Green-Bond-spezifische Daten zu erfassen, aufzubereiten und in einem nachvollziehbaren Bericht darzustellen.

Ziel war es, das Reporting so zu gestalten, dass:

Externe Prüfer und Auditoren schnell und einfach Einblick erhalten können.

Investoren und andere Stakeholder transparente Informationen über die nachhaltigen Projekte erhalten.

Regulatorische Anforderungen und interne Standards jederzeit erfüllt und nachvollziehbar dokumentiert werden.

Dank der bestehenden Data-Vault-2.0-Infrastruktur und des hohen Automatisierungsgrads konnten diese neuen Anforderungen in kurzer Zeit umgesetzt werden.

Unser Ansatz: Erweiterung statt Neubau

  1. Anforderungsanalyse:
    Gemeinsam mit Grenke haben wir die relevanten Green-Bond-Kennzahlen und Reporting-Anforderungen definiert. Dazu gehörten Klassifizierungen nach ESG-Kriterien, die Zuordnung von Projekttypen sowie regionale und finanzielle Attribute.
  2. Integration in das bestehende Data Warehouse:
    Anstatt ein neues System aufzubauen, haben wir die erforderlichen Felder zu den bestehenden Hubs, Links und Satellites hinzugefügt. Dank der agilen Data-Vault-2.0-Methodik war dies ohne großen Zusatzaufwand möglich.
  3. Automatisierte Prozesse und Qualitätsprüfungen:
    Dank der bestehenden ETL/ELT-Strecken konnten wir die Daten schnell und sicher in das System laden. Neue Validierungsregeln für das Green-Bond-Reporting wurden ergänzt, um sicherzustellen, dass alle relevanten Daten vollständig und korrekt erfasst werden.
  4. Reporting & Dashboards:
    Auf Basis der verarbeiteten Daten haben wir interaktive Dashboards und Berichte entwickelt, die den Projektstatus, das Finanzierungsvolumen und weitere ESG-Kennzahlen übersichtlich darstellen. Bei Bedarf kann externen Prüfern auch über Exportfunktionen Zugriff gewährt werden.
  5. Schnelle Freigabe durch externe Prüfungen:
    Da die Data-Vault-2.0-Struktur eine vollständige Historisierung und Nachvollziehbarkeit der Daten gewährleistet, verliefen die externen Prüfungen reibungslos. Die Auditoren konnten alle Schritte und Datenänderungen lückenlos nachvollziehen – ein entscheidender Vorteil für Nachhaltigkeitsberichte.

Ergebnis: Green-Bond-Reporting in nur einem Monat

Die Kombination aus einem skalierbaren Data-Vault-2.0-Ansatz, einem hohen Automatisierungsgrad und einer bereits etablierten Dateninfrastruktur ermöglichte es uns, das Green-Bond-Reporting in nur einem Monat erfolgreich bereitzustellen.

Das bedeutet:

  • Schnelle Time-to-Market: Grenke konnte den Bericht schnell veröffentlichen und direkt mit der Kommunikation und dem Marketing beginnen.
  • Vertrauenswürdige Datenbasis: Dank integrierter Qualitätsprüfungen und Nachvollziehbarkeit ist das Reporting prüfungssicher – eine entscheidende Voraussetzung für externe Audits.
  • Zukunftssichere Lösung: Neue Kennzahlen, erweiterte ESG-Kriterien oder regulatorische Anforderungen können flexibel integriert werden, ohne das System grundlegend neu aufbauen zu müssen.

Das sagt Grenke

„Die Partnerschaft mit Scalefree war entscheidend für unsere Data-Vault-2.0-Reise. Ihre tiefe Expertise in Data-Vault-Prinzipien und das praktische dbt-Know-how haben unsere Implementierung maßgeblich unterstützt und für einen reibungslosen sowie strukturierten Prozess gesorgt. Dank ihrer Begleitung konnten wir unsere Fähigkeiten zur Integration und Analyse von Unternehmensdaten bereits verbessern und gleichzeitig ein skalierbares und zukunftssicheres Data Warehouse aufbauen.“

Oliwia Borecka,
Chief Data & Analytics Officer bei grenke digital GmbH

Fazit: Agil und nachhaltig in die Zukunft

Das Projekt zeigt, wie Scalefree Kunden dabei unterstützt, neue Anforderungen schnell und effizient in bestehende Datenökosysteme zu integrieren. Der Data-Vault-2.0-Ansatz bietet dafür die ideale Basis: Skalierbarkeit, Flexibilität und Revisionssicherheit stellen sicher, dass Unternehmen ihre Reporting-Anforderungen nicht nur heute, sondern auch morgen erfüllen können.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie Ihr Data Warehouse oder ESG-Reporting zukunftssicher aufstellen können?
Kontaktieren Sie uns bei Scalefree – gemeinsam entwickeln wir eine maßgeschneiderte Lösung, die Ihren Anforderungen entspricht und Sie in puncto Nachhaltigkeit und Transparenz optimal aufstellt. Wir freuen uns darauf, Ihr Projekt zum Erfolg zu führen!

Data Vault im Data-Mesh-Ansatz

Solutions

Data Vault & Data Mesh

Tauchen Sie ein in die Integration von Data Vault im Kontext von Data Mesh. Beginnen Sie die Reise in die Zukunft skalierbarer und dezentraler Datenarchitekturen mit unserem Data Vault 2.Go-Newsletter – Ihrer zentralen Anlaufstelle für (fast) alles rund um die zukunftsweisende Welt der Daten.

In dieser Ausgabe befassen wir uns eingehend mit der Integration von Data Vault 2.0 im Kontext eines Data-Mesh-Ansatzes. Begleiten Sie uns auf dieser Reise in die Zukunft skalierbarer und dezentraler Datenarchitekturen.

Data Vault im Data-Mesh-Ansatz

Dieses Webinar untersucht die Integration von Data Vault in einen Data-Mesh-Ansatz und beleuchtet die Synergie zwischen den Data-Mesh-Prinzipien und der Skalierbarkeit, Flexibilität, Resilienz sowie Interoperabilität von Data Vault. Wir betrachten die Integration von Data Vault im Kontext eines Data-Mesh-Ansatzes im Detail – eine Reise in die Zukunft skalierbarer und dezentraler Datenarchitekturen.

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Data Mesh verstehen: Eine kurze Zusammenfassung

Bevor wir uns mit der Rolle von Data Vault befassen, lassen Sie uns kurz rekapitulieren, was ein Data Mesh ist. Der von Zhamak Dehghani geprägte Begriff Data Mesh beschreibt ein Architekturparadigma, das darauf abzielt, die Herausforderungen bei der Skalierung von Daten in großen Unternehmen zu bewältigen. Es fördert einen dezentralen Ansatz für das Dateneigentum (Data Ownership) und den Datenzugriff, indem es Daten als Produkt behandelt und eine domänenorientierte Self-Service-Dateninfrastruktur etabliert.

Data Vault im Mesh: Eine synergetische Allianz

Lassen Sie uns nun über Data Vault sprechen. Data Vault ist seit Langem als robuste Methodik für den Aufbau von Enterprise Data Warehouses anerkannt und hat seinen Wert bei der Erstellung skalierbarer, flexibler und resilienter Datenarchitekturen unter Beweis gestellt. Seine Integration in einen Data-Mesh-Ansatz fügt jedoch eine neue Ebene der Agilität und Effizienz hinzu.

Skalierbarkeit

Data Mesh betont die Notwendigkeit eines dezentralen Dateneigentums, was eine horizontale Skalierung der Dateninfrastruktur entscheidend macht. Data Vault fügt sich mit seiner modularen und skalierbaren Architektur nahtlos in diese Anforderung ein. Durch die Aufteilung des Data Warehouses in kleinere, überschaubare Komponenten stellt Data Vault sicher, dass das System mühelos mit steigendem Datenvolumen und zunehmender Komplexität skalieren kann.

Flexibilität

In einem Data Mesh ist jede Domäne oder Geschäftseinheit für ihre eigenen Datenprodukte verantwortlich. Hier glänzt die Anpassungsfähigkeit von Data Vault, da verschiedene Teams ihre Daten unabhängig voneinander modellieren und verwalten können. Diese Flexibilität ermöglicht schnellere Entwicklungszyklen, reduziert die Abhängigkeiten von einem zentralen Datenteam und befähigt die Domänenteams, in ihrem eigenen Tempo Innovationen voranzutreiben und zu iterieren.

Resilienz

Data Mesh führt das Konzept von Datenprodukten und -services ein und betont die Notwendigkeit von Resilienz in Datenarchitekturen. Data Vault spielt mit seinem Fokus auf die Erfassung und Verwaltung historischer Datenänderungen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Zuverlässigkeit und Integrität von Datenprodukten. Diese historische Datenhaltung erweist sich als unschätzbar wertvoll für Audits, Compliance und das Verständnis der Datenentwicklung im Laufe der Zeit.

Interoperabilität

Ein Data Mesh befürwortet eine föderierte Datenarchitektur, in der Datenprodukte nahtlos miteinander interagieren können. Die standardisierten Modellierungstechniken und klar definierten Schnittstellen von Data Vault erleichtern es verschiedenen Domänen, zusammenzuarbeiten und Daten auszutauschen, während gleichzeitig Konsistenz und Kohärenz im gesamten Ökosystem gewahrt bleiben.

Data Mesh & Data Vault

Fazit

Die Verbindung von Data Vault und Data Mesh stellt einen großen Fortschritt in der Evolution von Datenarchitekturen dar. Sie kombiniert die bewährte Zuverlässigkeit von Data Vault mit der Agilität und Skalierbarkeit eines dezentralen Data Mesh und bietet Unternehmen eine leistungsstarke Lösung für die Verwaltung ihrer stetig wachsenden und vielfältigen Datenlandschaft.

Obwohl die Integration von Data Vault in einen Data-Mesh-Ansatz zahlreiche Vorteile mit sich bringt, ist es wichtig, auch potenzielle Herausforderungen zu berücksichtigen. Die Steuerung des dezentralen Dateneigentums, die Gewährleistung einheitlicher Standards über Domänen hinweg und die Bereitstellung einer angemessenen Governance sind entscheidende Aspekte, die sorgfältig bedacht werden müssen.

Sehen Sie sich unbedingt die Webinar-Aufzeichnung zu „Data Mesh in einem Data-Vault-2.0-Ansatz“ an, um noch tiefer in das Thema einzusteigen.

Data Vault 2.0 mit Hadoop und Hive/Spark

Hadoop und Hive/Spark in Data Vault 2.0

In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick darüber, was Hadoop und Hive sind und warum sie als Alternative zu traditionellen Datenbanken eingesetzt werden können.

Data Vault 2.0 mit Hadoop und Hive/Spark

Dieses Webinar befasst sich eingehend mit den Details von Hadoop und Hive, einschließlich ihrer Funktionsweise und ihrer Kommunikation untereinander. Der zweite Teil der Präsentation konzentriert sich auf eine Data Vault 2.0-Beispielarchitektur unter Verwendung von Batch-Loading und bietet den Teilnehmern Einblicke, wie ein solches Szenario in der Praxis aussehen kann, um in realen Projekten einen echten Mehrwert zu schaffen. Unabhängig davon, ob Sie ein erfahrener Datenprofi sind oder gerade erst am Anfang stehen, ist dieses Webinar eine wertvolle Ressource für jeden, der mehr über Hadoop erfahren möchte. Wenn Sie also Ihr Wissen über diese Technologien erweitern und deren Potenzial in der Welt der Datenanalyse erkunden möchten, sollten Sie dieses Webinar nicht verpassen.

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Hadoop

Hadoop wird verwendet, um große Datenmengen effizient zu verarbeiten und zu analysieren, indem die Arbeitslast auf einen Cluster aus Standardhardware (Commodity Hardware) verteilt wird. Dies ermöglicht eine parallele Verarbeitung und bietet Fehlertoleranz durch ein verteiltes Dateisystem und ein flexibles Ressourcenmanagement-Framework.

HDFS – Hadoop Distributed File System

HDFS ist ein verteiltes Dateisystem, das zuverlässigen und skalierbaren Speicher für Big Data bietet. Es zerlegt große Dateien in Blöcke und verteilt diese über einen Cluster aus Standardhardware. HDFS stellt die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Daten durch kontinuierliche Datenreplikation sicher.

Yet Another Resource Negotiator – YARN

YARN bietet ein flexibles, skalierbares Ressourcenmanagement-Framework für Hadoop, das es einer Vielzahl von Anwendungen und Workloads ermöglicht, nebeneinander zu existieren und die Ressourcen des Clusters effizient zu nutzen. Es abstrahiert die zugrunde liegende Infrastruktur und ermöglicht die dynamische Zuweisung von Ressourcen basierend auf den Anforderungen der jeweiligen Anwendung.

MapReduce – MR

MapReduce ist ein Programmiermodell und Verarbeitungs-Framework für die verteilte Datenverarbeitung in Hadoop. Es ermöglicht die parallele Verarbeitung großer Datensätze, indem es die Arbeitslast in Map- und Reduce-Aufgaben aufteilt. Map-Aufgaben verarbeiten die Daten parallel, woraufhin die Ausgabe kombiniert und reduziert wird, um das Endergebnis zu erzielen.

Hadoop Common

Hadoop Common stellt Bibliotheken, Hilfsprogramme und die nötige Infrastruktur für die anderen Komponenten von Hadoop bereit. Es umfasst allgemeine Dienstprogramme, Authentifizierungsmechanismen und Schnittstellen, die von verschiedenen Hadoop-Modulen genutzt werden.

Welche Vorteile bietet Hadoop?

Skalierbarkeit
Hadoop ermöglicht die Speicherung und Verarbeitung riesiger Datenmengen durch horizontale Skalierung über einen Cluster von Standardhardware. Es kann Petabytes an Daten verarbeiten, ohne dass die Leistung beeinträchtigt wird.

Verteiltes Rechnen (Distributed Computing)
Hadoop verteilt Daten und Verarbeitungsaufgaben auf mehrere Knoten in einem Cluster, was eine parallele Verarbeitung und eine schnellere Datenanalyse ermöglicht. Dieses verteilte Rechenmodell sorgt für eine effiziente Ressourcennutzung und eine hochperformante Datenverarbeitung.

Fehlertoleranz
Hadoop bietet eine hohe Fehlertoleranz, indem Daten über mehrere Knoten im Cluster hinweg repliziert werden. Wenn ein Knoten ausfällt, kann weiterhin auf die Daten von anderen Replikaten zugegriffen werden, was die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Daten garantiert.

Kosteneffizienz
Hadoop ist für den Betrieb auf kostengünstiger Standardhardware ausgelegt, was es zu einer wirtschaftlichen Lösung für die Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen macht. Dadurch erübrigt sich der Einsatz teurer Spezialhardware.

Flexibilität und Erweiterbarkeit
Die modulare Architektur von Hadoop ermöglicht die nahtlose Integration verschiedener Tools und Frameworks innerhalb des Hadoop-Ökosystems. Sie unterstützt eine Vielzahl von Datenverarbeitungsaufgaben, einschließlich Batch-Verarbeitung, Echtzeitverarbeitung, maschinellen Lernens und vielem mehr.

Datenlokalität (Data Locality)
Das verteilte Dateisystem von Hadoop, HDFS, zielt darauf ab, die Berechnung so nah wie möglich an die Daten zu bringen. Durch die Verarbeitung der Daten direkt an ihrem Speicherort minimiert Hadoop die Datenbewegung über das Netzwerk, was die Latenz verringert und die Gesamtleistung verbessert.

Ökosystem und Community
Hadoop verfügt über ein reichhaltiges Ökosystem mit einer Vielzahl von Tools, Bibliotheken und Frameworks, die seine Funktionalität für verschiedene Anwendungsfälle erweitern. Zudem gibt es eine große und aktive Community von Nutzern, Entwicklern und Mitwirkenden, die kontinuierliche Verbesserungen und Support bereitstellen.

Diese Vorteile machen Hadoop zu einer leistungsstarken und bewährten Lösung für den Umgang mit Big Data, die es Unternehmen ermöglicht, riesige Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten effizient zu speichern, zu verarbeiten und wertvolle Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Das gesamte Ökosystem kann auch lokal (On-Premises) betrieben werden, was es zu einer hervorragenden Alternative macht, wenn die Cloud keine Option darstellt.

HIVE

Hive ist eine Data-Warehouse-Infrastruktur, die auf Hadoop aufbaut und eine höhere, SQL-ähnliche Abfragesprache namens HiveQL für die Abfrage und Analyse großer Datensätze bereitstellt.

Was sind die Komponenten?

Datenspeicherung
Hive nutzt das Hadoop Distributed File System (HDFS) als zugrunde liegendes Speichersystem. Es speichert Daten im HDFS auf verteilte und fehlertolerante Weise, was eine skalierbare und zuverlässige Datenspeicherung ermöglicht.

Schemadefinition
Hive ermöglicht es Benutzern, ein Schema für ihre Daten mithilfe einer Sprache namens Hive Data Definition Language (DDL) zu definieren. Dies erlaubt es den Anwendern, Tabellen, Partitionen, Spalten, Datentypen und andere mit den Daten verknüpfte Metadaten festzulegen.

Abfrageoptimierung
Hive optimiert Abfragen durch moderne Abfrageplanung und Optimierungstechniken. Ziel ist es, effiziente Ausführungspläne zu erstellen, um Datenbewegungen zu minimieren, die Ressourcennutzung zu optimieren und die Abfrageleistung zu maximieren.

Hive Metastore
Hive unterhält ein Metadaten-Repository namens Hive Metastore. Es speichert Informationen über Tabellen, Partitionen, Schemata und andere Metadaten, die mit den im HDFS gespeicherten Daten verknüpft sind. Der Metastore ermöglicht eine effiziente Verwaltung und den schnellen Abruf von Metadaten während der Abfrageverarbeitung.

Erweiterbarkeit:
Hive bietet eine hohe Flexibilität durch benutzerdefinierte Funktionen wie User-Defined Functions (UDFs), User-Defined Aggregations (UDAs) und User-Defined Table Functions (UDTFs). Diese ermöglichen es Entwicklern, eigene Logiken und Operationen in Programmiersprachen wie Java, Python oder anderen unterstützten Sprachen zu implementieren

Integration mit anderen Tools
Hive lässt sich nahtlos in verschiedene andere Tools und Frameworks im Hadoop-Ökosystem integrieren. Beispielsweise kann es zusammen mit Apache Spark, Apache Pig, Apache HBase und anderen Komponenten eingesetzt werden, um eine vollständige Datenverarbeitungs- und Analyselösung bereitzustellen.

Partitionierung und Bucketing
Hive unterstützt Datenpartitionierung und Bucketing, was eine strukturierte Organisation und Speicherung der Daten ermöglicht. Die Partitionierung teilt Daten basierend auf bestimmten Kriterien in logische Partitionen auf, während Bucketing die Daten anhand von Hash-Werten in gleich große Buckets unterteilt.

SerDe
Hive verwendet ein Serialisierungs- und Deserialisierungs-Framework namens SerDe (Serializer/Deserializer), um Daten in verschiedenen Formaten wie CSV, JSON, Avro und anderen zu lesen und zu schreiben. Benutzer können das passende SerDe für ihr jeweiliges Datenformat angeben, um eine reibungslose Datenverarbeitung zu gewährleisten

Insgesamt vereinfacht Hive die Abfrage und Analyse von Daten in Hadoop durch die Bereitstellung einer vertrauten, SQL-ähnlichen Schnittstelle. Es abstrahiert die Komplexität des Schreibens von Low-Level-MapReduce- oder Tez-Jobs und bietet einen deklarativen und benutzerfreundlichen Ansatz für die Interaktion mit großen Datenmengen.

Fazit

Hadoop ist eine robuste und funktionsreiche Umgebung, deren Verwaltung und Administration durchaus eine Herausforderung darstellen kann. Seine zahlreichen Vorteile machen es jedoch zu einer äußerst attraktiven Wahl, je nach den individuellen Anforderungen und dem im Unternehmen vorhandenen Fachwissen. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, sehen Sie sich gerne die folgende Aufzeichnung an.

Kurzanleitung für eine Data Vault 2.0-Implementierung

Data Vault 2.0 Architecture

Data Vault 2.0-Implementierung

Es wird oft angenommen, dass Data Vault 2.0 lediglich eine Modellierungstechnik ist. Doch der Ansatz umfasst weit mehr als das: Er ist eine vollständige BI-Lösung, die sich aus agiler Methodik, Architektur, Implementierung und Modellierung zusammensetzt.

Warum also sollten Sie Data Vault nutzen?

  • Data Vault 2.0 ermöglicht es Ihnen, automatisierte Ladeprozesse und -muster zu erstellen und Modelle auf einfache Weise zu generieren
  • Plattformunabhängigkeit
  • Auditierbarkeit (Revisionssicherheit)
  • Skalierbarkeit
  • Unterstützung von ELT- anstelle von ETL-Prozessen

Nachdem wir das „Warum“ beantwortet haben, fragen Sie sich vielleicht, welche Schritte erforderlich sind, um Data Vault 2.0 in Ihrem Projekt zu implementieren.

Dies hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise Ihrem Business Case, der gewünschten Architektur, der Lademethode Ihrer Datenquellen oder dem Sprint-Plan Ihres Projekts.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Data Vault 2.0-Implementierung

Für Einsteiger kann es zunächst überwältigend sein, mit der Nutzung von Data Vault 2.0 zu beginnen und zu verstehen, wie und wo die Implementierung ansetzen soll. Dieses Webinar bietet eine grundlegende Anleitung, die die erforderlichen Schritte zeigt, um eine Data Vault 2.0-Implementierung auf Basis einer Geschäftsanforderung von Grund auf zu realisieren. Dies wird anhand eines praktischen Beispiels demonstriert, das von der Erfassung der ersten Anforderungen bis hin zum fertigen, bereitgestellten Produkt reicht.

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Feature-by-Feature-Architektur in Data Vault 2.0

Eines ist sicher: Die Architektur sollte vertikal und nicht horizontal aufgebaut werden. Das bedeutet nicht Schicht für Schicht, sondern Feature für Feature.

Ein gängiger Ansatz hierbei ist der Tracer-Bullet-Ansatz. Auf Basis des geschäftlichen Nutzens (Business Value), der durch einen Bericht, ein Dashboard oder einen Information Mart definiert wird, müssen die Quelldaten identifiziert, modelliert und durch alle Schichten der Architektur geladen werden.

Nehmen wir beispielsweise an, die geschäftliche Anforderung bestünde darin, ein Dashboard zur Analyse der Umsätze des Unternehmens zu erstellen:

1. Extract

Zuerst müssen wir die Daten aus den Quellsystemen extrahieren und diese im Originalzustand laden. In diesem Beispiel legen wir sie in einer transienten Staging Area ab, Sie können jedoch ebenso eine persistente Staging Area in einem Data Lake wählen.

2. Transform

Als Nächstes sollten Sie, falls erforderlich, mithilfe eines Transformationstools grundlegende Transformationsregeln (Hard Rules) anwenden. Seien Sie hierbei vorsichtig, da an dieser Stelle noch keine fachlichen Berechnungen (Business Rules) durchgeführt werden sollten. Es gibt viele verschiedene Data-Warehouse-Automatisierungstools, aus denen Sie wählen können: dbt, Coalesce, WhereScape etc.

Data Vault 2.0 Architecture

3. Load

Laden Sie Ihre Daten aus der Staging Area (Raw Stage) in den Raw Vault.

4. Geschäftsanforderungen modellieren

Modellieren Sie die Data Vault-Entitäten, die zur Erfüllung der Geschäftsanforderung benötigt werden. Liegen beispielsweise Verkaufstransaktionen und Kundendaten vor, modellieren wir einen Non-historized Link (auch bekannt als Transactional Link) und einen Customer Hub sowie alle zusätzlichen Satelliten zur Speicherung der beschreibenden Kundendaten, die letztendlich im Sales-Dashboard dargestellt werden sollen.

5. Business Logic anwenden

Als Nächstes müssen einige Berechnungen und Aggregationen durchgeführt werden. Daher erstellen wir die Business Logic auf Basis der Raw-Vault-Entitäten und laden diese in den Business Vault.

6. Einen Information Mart aufbauen

Nun könnten wir die im Raw Vault und Business Vault gespeicherten Daten direkt für Diagramme und Dashboards nutzen. Wir möchten die Daten jedoch so strukturieren, dass sie von den Fachanwendern leicht gelesen und abgerufen werden können. Daher erstellen wir einen Information Mart auf Basis eines Sternschemas (Star Schema) mit einer Faktentabelle (Fact Table) und Dimensionen.

7. Daten visualisieren

Um das Sales-Dashboard in einem BI-Visualisierungstool wie Power BI oder Tableau zu erstellen, rufen wir die Daten direkt aus dem Sternschema im Information Mart ab. Dieser ist über das Data Warehouse angebunden und enthält alle benötigten Informationen.

Data Vault 2.0 bietet einen agilen, skalierbaren und flexiblen Ansatz für die Data-Warehouse-Automatisierung. Wie im Beispiel gezeigt, haben wir nur die Data Vault-Tabellen modelliert, die für die Bewältigung der gestellten Aufgabe – der Erstellung eines Sales-Dashboards – erforderlich waren. Auf diese Weise können Sie Ihre Datenlandschaft bedarfsgerecht skalieren, ohne das gesamte Unternehmen auf einmal abbilden zu müssen

Die Antwort auf die Frage, wie Data Vault 2.0 implementiert werden soll, lässt sich in einer einfachen Phrase zusammenfassen: Fokussieren Sie sich auf den Business Value!

Wenn Sie eine detaillierte Erklärung dieser schrittweisen Implementierung inklusive einer Demonstration mit realen Daten und dbt als Transformationstool sehen möchten, schauen Sie sich gerne unsere Webinar-Aufzeichnung an.

Fazit

Die Implementierung von Data Vault 2.0 folgt einem strukturierten Ansatz, der mit der Extraktion von Daten aus Quellsystemen in eine Staging Area beginnt, gefolgt von den minimal erforderlichen Transformationen und dem Laden in den Raw Vault. Anschließend bestimmen die Geschäftsanforderungen die Modellierung der Data Vault-Entitäten, die Anwendung der Business Logic, den Aufbau von Information Marts und die Datenvisualisierung. Diese Feature-by-Feature-Methodik gewährleistet Skalierbarkeit sowie Flexibilität und ermöglicht es Unternehmen, sich auf die schrittweise Bereitstellung von Business Value zu konzentrieren. Durch die Ausrichtung der Entwicklungsaktivitäten an konkreten geschäftlichen Anforderungen lassen sich Data-Warehouse-Lösungen effizient aufbauen und kontinuierlich erweitern.

Beschleunigen Sie Ihr Data Vault 2.0 mit TurboVault4dbt

TurboVault4dbt Logo

TurboVault4dbt

Scalefree hat TurboVault4dbt veröffentlicht – ein Open-Source-Paket zur automatisierten Modellgenerierung auf Basis der Metadaten Ihrer Quellen unter Verwendung von DataVault4dbt-kompatiblen Templates.

TurboVault4dbt unterstützt derzeit die Metadateneingabe aus Excel, Google Sheets, BigQuery sowie Snowflake und hilft Ihrem Unternehmen bei:

  • der Beschleunigung des Entwicklungsprozesses, der Reduzierung von Entwicklungskosten und der Erzielung schnellerer Ergebnisse
  • der Motivation von Nutzern, ihre Quelldaten zu analysieren und zu verstehen

Beschleunigen Sie Ihre Data Vault 2.0-Implementierung – mit TurboVault4dbt

Dieses Webinar befasst sich eingehend mit TurboVault4dbt, einem Open-Source-Tool von Scalefree, das die Implementierung von Data Vault 2.0 beschleunigt. Es automatisiert die Erstellung von dbt-Modellen mithilfe Ihrer Quellmetadaten, was Zeit und Kosten spart und gleichzeitig eine bessere Datenanalyse fördert.

TurboVault4dbt arbeitet mit Metadateneingaben aus Excel, Google Sheets, BigQuery und Snowflake und generiert automatisch Modelle für Hubs, Links und Satellites. Richten Sie einfach Ihre Metadatentabellen ein, verbinden Sie das Tool und sehen Sie selbst, wie es die schwere Arbeit für Sie erledigt!

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„Ist nicht jedes Modell irgendwie gleich?“

DataVault4dbt ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung in der Entwicklung und dem Laden von Data Vault 2.0-Lösungen, geschmiedet zu einer vollständig auditierbaren Lösung für Ihr dbt-basiertes Data Vault 2.0 Data Warehouse.

Aber jeder Entwickler, der bereits mit dem Paket gearbeitet oder dbt-Modelle für den Raw Vault erstellt hat, kennt folgendes Ärgernis:

Das Erstellen eines neuen dbt-Modells für eine Tabelle bedeutet, das vorhandene Template zu kopieren und mit den spezifischen Metadaten dieser Tabelle zu befüllen. Diese ständige Wiederholung ist eine mühsame Aufgabe. Aus diesem Grund haben wir TurboVault4dbt entwickelt, um diesen Prozess zu automatisieren und zu beschleunigen.

Von STRG+C und STRG+V zu einem einfachen Mausklick

Wie oft haben Sie schon STRG+C und dann STRG+V gedrückt und einige Zeilen Code angepasst, um neue dbt-Modelle für den Raw Vault zu erstellen?

Anstatt mühsam herauszufinden, wie die Namen Ihrer Tabellen und Business Keys lauten oder in welcher Reihenfolge Ihr Hash-Key generiert werden soll, erledigt TurboVault4dbt all das für Sie. Alles, was TurboVault4dbt benötigt, sind die Metadaten, in denen Sie die Struktur Ihres Data Warehouse erfassen.

TurboVault4dbt

TurboVault4dbt erfordert derzeit eine Struktur aus fünf Metadatentabellen:

  • Hub Entities: Diese Tabelle speichert Metadaten zu Ihren Hubs, z. B. Hub-Name, Business Keys, Spaltensortierung für das Hashing usw.
  • Link Entities: Diese Tabelle speichert Metadaten zu Ihren Links, z. B. Link-Name, referenzierte Hubs, Pre-Join-Spalten usw.
  • Hub Satellites: Diese Tabelle speichert Metadaten zu Ihren Hub Satellites, z. B. Satellite-Name, referenzierter Hub, Spaltendefinition usw.
  • Link Satellites: Diese Tabelle speichert Metadaten zu Ihren Link Satellites, z. B. Satellite-Name, referenzierter Link, Spaltendefinition usw
  • Source Data: Diese Tabelle speichert Metadaten zu Ihren Quellen, z. B. Quellsystem, Quellobjekt, Quellschema usw.

Durch die Erfassung der Metadaten in diesen fünf Tabellen kann TurboVault4dbt die benötigten Informationen extrahieren und jedes auf einer ausgewählten Quelle basierende Modell automatisch generieren. Gleichzeitig werden Sie als Nutzer dazu angeregt, Ihre Daten besser zu analysieren und zu verstehen.

Fazit: Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und lassen Sie TurboVault4dbt die Arbeit erledigen!

Erstellen und befüllen Sie Ihre Metadatentabellen, verbinden Sie sie mit TurboVault4dbt und nutzen Sie die gewonnene Zeit für eine entspannte Tasse Kaffee. Probieren Sie es aus und geben Sie uns Feedback, indem Sie TurboVault4dbt auf GitHub besuchen!

Bleiben Sie über unsere Kanäle auf dem Laufenden, denn es stehen bereits großartige neue Features für TurboVault4dbt in den Startlöchern!

Multitemporalität in Data Vault 2.0 – Teil 2

An abstract illustration features a large clock in the center with connected circuitry-like lines. Icons of a calendar and a smaller clock are in the background. Two large arrows pointing outward appear on both sides, and the backdrop has splashes of blue and gray.

Multitemporalität

Dieser Artikel befasst sich mit dem Management von Multitemporalität in Data Vault 2.0 anhand eines Szenarios aus der Reisebranche. Er beleuchtet, wie operative Systeme und Business-Intelligence-Systeme unterschiedlich mit Daten umgehen, und zeigt auf, wie Data Vault 2.0 eine umfassende historische Nachverfolgung sowie multitemporale Analysen unterstützt.

Multitemporalität in Data Vault 2.0

Vielleicht haben Sie bereits von bitemporalen Daten gehört. Meistens gibt es jedoch mehr als nur zwei Zeitachsen in Ihren Daten, die Ihre Arbeit erschweren. In der Regel finden Sie in Ihren Datensätzen mehrere Zeitstempel und Datumsangaben aus unterschiedlichen Perspektiven. Das eröffnet verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Daten aus zeitlicher Sicht betrachten können. Allerdings sollten Sie auch in der Lage sein, dieses Biest einer Zeitmaschine zu beherrschen. Wussten Sie, dass Data Vault 2.0 in der Lage ist, multitemporale Daten zu verarbeiten? Wie beeinflusst dies Ihre Arbeit und wie können Sie davon profitieren? Nehmen Sie an diesem Webinar teil und erfahren Sie, wie Data Vault 2.0 Ihnen dabei helfen kann, Multitemporalität zu meistern.

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Multitemporales Beispiel aus der Reisebranche

In einem unserer vorherigen Blogbeiträge haben wir Ihnen einen Einblick in die Grundlagen der Multitemporalität in Data Vault 2.0 gegeben. Dieser Artikel liefert Ihnen ein kurzes Praxisbeispiel zu diesem Thema. Wenn Sie Ihren Urlaub buchen, ändern Sie nach der ursprünglichen Buchung möglicherweise noch etwas: die Dauer, den Abflugort, das Hotel, das Start- oder Enddatum Ihrer Reise oder Sie buchen einfach noch ein paar Extras hinzu. Aus operativer Sicht stellen diese Änderungen kein Problem dar und die Anforderungen sind überschaubar. Der Datensatz für Ihre Reise wird in der Datenbank des Quellsystems aktualisiert und in der Benutzeroberfläche werden nur die aktuellsten Daten angezeigt. Die Mitarbeitenden sehen möglicherweise einige Protokolle im Historienbereich, sofern vorhanden. Das reicht in der Regel aus, um den operativen Betrieb aufrechtzuerhalten. In der Welt der Business Intelligence ist der Umgang mit Daten etwas anders. Dort wollen wir alles sehen. Jedes Mal, wenn ein Datensatz im Quellsystem aktualisiert wird, erfassen wir alle Änderungen und speichern sie in einer separaten Datenbank. Das bedeutet, dass wir eine neue Zeitachse einführen, die uns neue Möglichkeiten bietet, aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Werfen wir einen Blick auf einige Beispiel-Datensätze eines Quellsystems im Zeitverlauf:

Tag 1: Erstbuchung einer Urlaubsreise

Tag 2: Korrektur des Start- und Enddatums sowie eine kleine Preisanpassung

Tag 3: Korrektur des Start- und Enddatums sowie eine kleine Preisanpassung

Wenn Sie heute einen Blick in das Quellsystem werfen, werden Sie sehen, dass Buchung B4711 storniert wurde oder vielleicht komplett verschwunden ist und B4712 die aktive Buchung ist (ID = 2, erstellt an Tag 3). Aus analytischer Perspektive haben Sie möglicherweise noch weitere Fragen, die Sie beantworten möchten.
Zum Beispiel:

  • Wie hoch war der geschätzte Umsatz für Juli aus der Perspektive des Februars?
  • Wie hoch war der geschätzte Umsatz für Juli aus der Perspektive des März?
  • Welche Datumsangaben muss ich verwenden, um die beiden obigen Fragen zu beantworten?
  • In welchem Monat verzeichnen wir die meisten Buchungen für die nächste Sommersaison?
  • Können wir einen Bericht reproduzieren, den wir vor einigen Monaten erstellt haben?
  • Was passiert, wenn sich einige fachliche Datumsangaben ändern? Was beeinflusst meine Berichte in der Vergangenheit?
  • Wo können wir die Daten aufbereiten, um all diese Fragen zu beantworten? Im Data Warehouse? Im Frontend-BI-Tool? Oder woanders?

In unserem Webinar „Multi-Temporality in Data Vault 2.0“ geben wir Ihnen Antworten auf all diese Fragen unter Verwendung von Data-Vault-Entitäten.

Wenn Sie daran interessiert sind, weitere Anwendungsfälle zum Thema Multitemporalität zu sehen: Wir bieten einen 2-tägigen Kurs speziell zu diesem Thema an: „Multi-Temporal Data Vault 2.0 Class“.

Fazit

Die Einbindung von Multitemporalität in Data Vault 2.0, wie am Beispiel der Reisebranche gezeigt, ermöglicht es Unternehmen, Datenänderungen über mehrere Zeitachsen hinweg effektiv zu erfassen und zu analysieren. Dieser Ansatz bewahrt nicht nur die historische Genauigkeit, sondern ermöglicht auch umfassende Einblicke in Geschäftsprozesse. Durch die Nutzung der Funktionen von Data Vault 2.0 können Unternehmen komplexe zeitliche Fragestellungen beantworten, wie etwa die Erstellung von Umsatzprognosen aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Zeitverlauf und die präzise Reproduktion vergangener Berichte. Diese Methodik gewährleistet ein robustes Framework für die Verwaltung sich verändernder Datenlandschaften und unterstützt fundierte Entscheidungen.

Warum Sie Data Vault 2.0 nutzen sollten?

Data Lineage with Data Vault 2.0

Warum Data Vault 2.0?

Dieser Blogartikel befasst sich mit den Stärken von Data Vault 2.0 und zeigt auf, warum Sie diese Methode für Ihr Data Warehouse nutzen sollten. Als Datenbankentwickler, -administrator oder -anwender haben Sie wahrscheinlich schon von Data Vault gehört. Wenn Sie bereits eine Datenbanklösung im Einsatz haben, stellen Sie sich jedoch vielleicht die Frage, warum Sie Data Vault in Ihrem Enterprise Data Warehouse implementieren sollten.

Grund 1: Unterstützung mehrerer Quellsysteme und sich häufig ändernder Beziehungen

Data Vault 2.0 bietet die größten Vorteile, wenn Ihre Daten aus vielen verschiedenen Quellsystemen stammen oder sich ständig ändernde Beziehungen aufweisen.

Data Vault 2.0 eignet sich hervorragend für Umgebungen mit mehreren Quellsystemen oder für Datenstrukturen mit sich kontinuierlich ändernden Beziehungen.

Dies funktioniert in solchen Systemen deshalb so gut, weil sich neue Attribute ganz einfach hinzufügen lassen. Wenn sich ein Quellsystem ändert, muss diese Änderung nicht mühsam in allen anderen Quellsystemen abgebildet werden. Zudem lässt sich die Anzahl der anzupassenden Stellen minimieren, da Attribute getrennt von den Strukturdaten in Satellites gespeichert werden.

Darüber hinaus lassen sich neue und veränderte Beziehungen einfacher abbilden, indem ein Link geschlossen und ein neuer erstellt wird. Sie müssen weder historische Daten anpassen, um eine neue Beziehung zu berücksichtigen, noch ein bestehendes Schema aktualisieren. Sie müssen lediglich zukünftige Änderungen erfassen. Dies verleiht Ihrem Enterprise Data Warehouse eine enorme Flexibilität und Skalierbarkeit.

Grund 2: Einfache Nachverfolgung und Auditierung Ihrer Daten mit Data Vault 2.0

In einer modernen Datenumgebung durchlaufen Daten verschiedene Stationen. Um dennoch eine kontinuierliche Datenqualität zu gewährleisten, muss immer klar nachvollziehbar sein, woher die Daten stammen.

Data Lineage with Data Vault 2.0

Abbildung 1: Data Lineage

Da die lückenlose Nachverfolgbarkeit und Auditierung von Daten heute unerlässlich sind, bietet Data Vault hierfür eine optimale Unterstützung. Dies gelingt durch die standardmäßige Auditierbarkeit, da für jede Zeile Ladezeiten (Load Times) und Datenquellen (Record Sources) zwingend erforderlich sind. Zudem werden alle historischen Änderungen in Satellites erfasst, wobei die Load Time Teil des Primary Keys ist.
Bei der Aktualisierung eines Attributs wird einfach ein neuer Datensatz angelegt.
Diese Auditierungsfunktionen ermöglichen es Ihnen, die Revisionssicherheit, sowohl für regulatorische Vorgaben als auch für die Data Governance mühelos zu gewährleisten. Da die gesamte Historie gespeichert bleibt können Sie jederzeit auf den Datenbestand zu einem beliebigen historischen Zeitpunkt zugreifen.

Grund 3: Schnelleres Laden von Daten aus mehreren Quellsystemen mit Data Vault 2.0

Data Vault ermöglicht ein schnelleres Laden von Daten, da eine Vielzahl von Tabellen parallel und unabhängig voneinander geladen werden kann. Das Modell reduziert die Abhängigkeiten zwischen den Tabellen während des Ladeprozesses und vereinfacht die Datenintegration (Ingestion), indem es ausschließlich auf Inserts setzt. Diese lassen sich deutlich schneller ausführen als Upserts oder Merges. Dies verringert zudem die Gesamtkomplexität des Systems.

Fazit

Data Vault 2.0 ist speziell für die Integration von Daten aus mehreren Quellsystemen konzipiert und bietet in komplexen Szenarien herausragende Vorteile.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Sie nur geringe bis mittlere Anforderungen an Ihre Analytics-Plattform stellen und ein kleines Team aus Architekten, Designern und Entwicklern eine Lösung mit Daten aus nur wenigen Systemen bereitstellt, ist Data Vault für Ihre Anforderungen eventuell überdimensioniert.

Wenn Sie jedoch ein großes Projekt mit vielen Quellsystemen umsetzen, das hohe Anforderungen an die Datenintegration stellt, kann Data Vault Ihrem Projekt einen entscheidenden Mehrwert bieten.

Multi-Temporalität in Data Vault 2.0 – Teil 1

An abstract illustration features a large clock in the center with connected circuitry-like lines. Icons of a calendar and a smaller clock are in the background. Two large arrows pointing outward appear on both sides, and the backdrop has splashes of blue and gray.

Multi-Temporalität in Data Vault 2.0

Der folgende Artikel gibt einen Überblick über das theoretische Verständnis von Multi-Temporalität in einem Data Warehouse.

Multi-Temporalität in Data Vault 2.0

Vielleicht haben Sie bereits von bitemporalen Daten gehört. Doch in der Regel gibt es in Ihren Daten mehr als nur zwei Zeitachsen, was Ihre Arbeit komplexer macht. Meist finden Sie in Ihren Datensätzen mehrere Zeitstempel und Daten aus unterschiedlichen Perspektiven. Dies eröffnet vielfältige Möglichkeiten, Ihre Daten aus einer zeitlichen Perspektive zu betrachten. Sie sollten jedoch auch in der Lage sein, dieses „Biest“ von einer Zeitmaschine zu beherrschen. Wussten Sie, dass Data Vault 2.0 in der Lage ist, multi-temporale Daten zu verarbeiten? Wie beeinflusst dies Ihre Arbeit und wie können Sie davon profitieren? Nehmen Sie an diesem Webinar teil, um zu erfahren, wie Data Vault 2.0 Ihnen helfen kann, die Multi-Temporalität zu meistern.

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Was ist „Multi-Temporalität“ in einem Data Warehouse?

Bevor wir über Multi-Temporalität sprechen, definieren wir zunächst den Begriff Bitemporalität, da ein weit verbreitetes Missverständnis darin besteht, dass Data Vault 2.0 nur bitemporal sei (was falsch ist):

„Die bitemporale Modellierung ist ein Spezialfall einer temporalen Datenbank-Modellierungstechnik, die für den Umgang mit historischen Daten entlang zweier unterschiedlicher Zeitachsen entwickelt wurde. Dies ermöglicht es, die Informationen auf den Zustand zurückzuspulen, ‚wie sie tatsächlich waren‘, kombiniert mit dem Zustand, ‚wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgezeichnet wurden‘.“ (Frei nach Wikipedia)

Die Bitemporalität adressiert lediglich zwei Zeitachsen, die gemeinhin als „System Time“ (die technische Zeitachse) und „Valid Time“ (die fachliche Zeitachse) bezeichnet werden. Data-Vault-Satelliten (Satellites), Point-in-Time-Tabellen (PIT) und Bridge-Tabellen sind in der Lage, mehrere aktive Zeitachsen im selben Datensatz abzubilden. Diese lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Quellgesteuerte Zeiten (Source-driven Times)
    • Erstellungszeitpunkt (Created Time)
    • Aktualisierungszeitpunkt (Updated Time)
    • Löschzeitpunkt (Deleted Time)
  • Systemzeiten (System Times)
    • CDC-Zeitstempel (CDC Time)
    • Ereigniszeitpunkt der Nachricht (Message Event Time)
  • Fachliche Zeiten (Business Times)
    • alle Zeiten, die darstellen, wann etwas in der „realen Welt“ passiert ist oder passieren wird (wie z. B. ein Kauf- oder Verkaufszeitstempel)
  • Zeitspannen (Time Spans)
    • können technisch oder fachlich motiviert sein
    • Vertragsstart- und -enddaten/-zeiten (Contract Start and End Dates/Times)
    • Technische Gültig-von- und Gültig-bis-Daten/Zeitstempel (Technical Valid-from and Valid-to Dates/Timestamps)
  • Enterprise Data Warehouse (EDW)
    • Load Date Timestamp (beim Einfügen in der ersten Schicht des EDW gesetzt)
    • Zeitstempel des Schreibvorgangs eines Datensatzes in die Tabelle

All diese Datumsangaben und Zeitstempel könnten in nur einem einzigen Datensatz in einer Satellitentabelle zu finden sein. Dies ermöglicht es uns, die Daten aus mehreren zeitlichen Perspektiven zu betrachten. Daher berücksichtigt das Data-Vault-Modell die Multi-Temporalität und nicht nur die Bitemporalität.

Der Load-Date-Timestamp bei Multi-Temporalität

Eine Voraussetzung für die Realisierung von Multi-Temporalität in den Daten ist, dass der Load-Date-Timestamp beim Laden von Daten in Satelliten für den Delta-Abgleich (Delta Check) verwendet wird. Nur der Load-Date-Timestamp kann uns eine konsistente, lückenlose und überschneidungsfreie Zeit liefern, die unter unserer eigenen Kontrolle steht. Dies ermöglicht uns eine uneingeschränkte Sicht auf die verschiedenen Zeitachsen in den Satelliten.

Alle anderen Zeitstempel sind dafür nicht geeignet. Erstens würden sie die Anzahl der möglichen Perspektiven auf die Daten auf eine einzige Instanz beschränken. Zudem können sie Lücken und Überschneidungen aufweisen, NULL sein und werden nicht von den Enterprise-Data-Warehouse-Teams kontrolliert.

Kurz gesagt: Auf den Load-Date-Timestamp können wir keinesfalls verzichten. Er wird beim Einfügen (Insert) in der ersten Schicht der Enterprise-Data-Warehouse-Architektur gesetzt und so weit wie möglich durch alle Schichten durchgeschleust (beispielsweise bei Aggregaten im Business Vault über mehrere Load-Date-Timestamps hinweg).

Drei verschiedene Perspektiven auf Daten

Das Data-Vault-Kernmodell wird in den Raw Data Vault (RDV) und den Business Vault (BV) unterteilt. Der Grund dafür ist die Trennung von Soft Business Rules und Hard Business Rules, da Soft Business Rules den Inhalt der Daten verändern können. Dies führt dazu, dass sich die Anzahl der möglichen Perspektiven auf die Rohdaten verringert, wenn Soft Business Rules früh in der Ladearchitektur angewendet werden. Dieselben Regeln müssen auch auf Zeitachsen angewendet werden. Zeitachsengesteuerte geschäftliche Perspektiven auf Rohdaten finden frühestens im Business Vault statt.

Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene Perspektiven im Zusammenhang mit Zeitachsen im Data Warehouse: eine Data-Warehouse-Perspektive, eine geschäftliche Perspektive und eine Perspektive der Informationsbereitstellung.

Die Data-Warehouse-Perspektive bezieht sich auf den Load-Date-Timestamp, um eine konsistente, inkrementelle Integration der Daten in den Raw Data Vault und den Business Vault zu gewährleisten.

Die geschäftliche Perspektive bezieht sich auf alle Daten und Zeitstempel, die vom Quellsystem geliefert werden. Auch technische Felder wie das Erstellungs-, Aktualisierungs- oder Löschdatum bzw. der entsprechende Zeitstempel aus dem Quellsystem werden auf dieselbe Weise behandelt. Alles, was Teil der Nutzdaten (Payload) ist, wird beim Laden in den Raw Data Vault als beschreibende Daten behandelt.
Nun können verschiedene Abfragen alle möglichen Sichten auf die Rohdaten erstellen – zum Beispiel Aggregate basierend auf dem neuesten Datensatz pro Business Key, gruppiert nach einem Verkaufsdatum.

Die Perspektive der Informationsbereitstellung stützt sich auf einen Snapshot, um alle Daten so „einzufrieren“, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv waren. Die Interpretation dessen, was „aktiv“ bedeutet, kann jedoch unterschiedlich sein.

Um dem Rechnung zu tragen, können mehrere Perspektiven erstellt werden. Das ist auch der Grund, warum wir von der „Single Version of the Facts“ im Raw Data Vault und von „Multiple Versions of the Truth“ im Business Vault sprechen (unterschiedliche Perspektiven auf Rohdaten = unterschiedliche Wahrheiten aus verschiedenen Blickwinkeln).

Dies könnte beispielsweise ein stündlicher, täglicher, wöchentlicher, monatlicher oder jährlicher Snapshot oder eine entsprechende Zeitspanne sein. Die hier verwendeten Data-Vault-Entitäten sind die PIT- und Bridge-Tabellen. Das aktuelle Delta von Stammdaten wie Kundendaten in einem Satelliten kann basierend auf einem täglichen Snapshot in einer PIT-Tabelle „eingefroren“ werden. Auch Transaktionsdaten, die in einem Non-Historized-Link vorgehalten werden, können an einen stündlichen Snapshot in einer Bridge-Tabelle angehängt werden.

Wie das genau aussieht, wird im nächsten Teil der multitemporalen Newsletter-Serie gezeigt. Um Ihr Verständnis dieser Datenperspektiven zu vertiefen, können Sie auch unseren Kurs „Multi-Temporal Data Vault“ besuchen.

Fazit

Die Integration von Multi-Temporalität in Data Vault 2.0 ermöglicht es Unternehmen, Daten über verschiedene Zeitachsen hinweg zu verwalten und zu analysieren, was eine umfassende Sicht auf historische Änderungen aus mehreren Perspektiven bietet. Dieser Ansatz verbessert die Fähigkeit, die Datenentwicklung zu verfolgen und zu verstehen, was zu einer fundierteren Entscheidungsfindung und einer verbesserten Data Governance führt. Durch den effektiven Umgang mit mehreren zeitlichen Aspekten gewährleistet Data Vault 2.0 ein robustes und flexibles Framework zur Erfassung der Komplexität zeitvarianter Daten.

Multi-Active Satellites richtig nutzen – Teil 2

Data Vault 2.0 Training FAQ - Customized Class

Multi-Active Satellites in Data Vault 2.0

In unserem ersten Beitrag über Multi-Active-Satelliten haben wir kurz verschiedene Implementierungen erläutert, die zur Behandlung von Multi-Activity eingesetzt werden können. Nun gehen wir genauer auf die Vor- und Nachteile dieser Ansätze ein – je nachdem, ob Delta-Checks aktiviert oder deaktiviert sind.



Kurze Zusammenfassung zu Multi-Active Satellites

Multi-Active-Satelliten ermöglichen Ihnen die Implementierung multi-aktiver Datensätze pro Business-Key in Data Vault 2.0. Um die Notwendigkeit dieser Lösung zu verdeutlichen, betrachten wir den häufigen Fall eines Quellsystems, das die benötigten Metadaten nicht liefert – wie etwa bei der Arbeit mit XML-Dateien.

Eine Lösung für dieses Problem besteht darin, einen Multi-Active-Satelliten zu erstellen, indem eine Subsequence-Nummer pro Business-Key hinzugefügt wird. Dies deckt jeden Fall ab, in dem die Quelle selbst kein multi-aktives Attribut liefert. Bezogen auf Telefonnummern könnte diese Information ein Tag für eine geschäftliche, private oder mobile Telefonnummer sein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen zusätzlichen Hub für das multi-aktive Attribut zu erstellen. Da dieser jedoch kein reales Business-Objekt darstellt, ist die erste Lösung oft effektiver.

Delta-Check AUS

Es gibt zwei Möglichkeiten, neue Datensätze in einen Multi-Active-Satelliten einzufügen: mit aktivierten oder deaktivierten Delta-Checks. Wenn die Delta-Checks ausgeschaltet sind, werden alle Datensätze eines Business-Keys aus Ihrer Quelllieferung in den Satelliten eingefügt.

Der Vorteil dabei ist, dass die Ladevorgänge schneller sind und einen konsistenten Load Date Timestamp (LDTS) zum übergeordneten Hash-Key aufweisen, unabhängig vom multi-aktiven Attribut.

Dies vereinfacht die spätere Abfrage basierend auf den multi-aktiven Daten (siehe Abbildung 1). Ein entscheidender Nachteil ist jedoch, dass die geladene Datenmenge stark ansteigen kann, wenn vollständige Datenladungen (Full Data Loads) verarbeitet werden.

In diesem Fall sollten Sie Ihre Daten nach dem Load Date Timestamp partitionieren.

Multi-active satellites

Abbildung 1: Verknüpfen von Datensätzen über eine PIT-Tabelle bei einem einheitlichen LDTS für alle aktiven Datensätze pro Key.

Delta-Check EIN

Um die Datenmenge zu reduzieren, nutzen Sie Delta-Checks. Dabei vergleichen Sie die eingehenden Daten mit dem neuesten LDTS pro Hash-K
Die Funktion LISTAGG() ist hierbei sehr nützlich, um den Delta-Check zu unterstützen. Sie wandelt Werte aus einer Gruppe von Zeilen in eine geordnete Liste um. Dadurch sind Sie in der Lage, eine zeilenübergreifende Hash-Differenz der multi-aktiven Attribute pro Business-Key zu erstellen (siehe Abbildung 2).

Multi-active satellites

Abbildung 2: Zeilenübergreifende Hash-Differenz unter Verwendung der LISTAGG()-Funktion.

Wenn neue Daten eintreffen, können diese mithilfe der zeilenübergreifenden Hash-Differenz verglichen werden. Dadurch lässt sich ein großer Teil unveränderter Daten ignorieren. Wird ein Delta erkannt, werden alle Datensätze pro Hash-Key eingefügt – selbst wenn sich der Inhalt nur für eine einzelne Subsequence geändert hat. Das Ergebnis ist ein konsistenter Load Date Timestamp pro Hash-Key. Zudem wird ein Delta auch dann erkannt, wenn sich lediglich die Reihenfolge der Datensätze ändert. Dieser Ansatz bildet einen Kompromiss, um die Anzahl der Datensätze zu reduzieren und gleichzeitig einen konsistenten LDTS pro Hash-Key beizubehalten, sodass nur eine einzige PIT-Tabelle erforderlich ist.

Verwendung von Type-Codes

Eine weitere Möglichkeit, Multi-Activity zu handhaben, besteht darin, die Typen der Attribute zu verwenden, sofern diese vorhanden sind , wie im vorherigen Beitrag erläutert.
Wenn Sie Type-Codes im Einsatz haben, können Sie Zeile für Zeile vergleichen und nur die spezifischen geänderten Daten laden. Die Konsequenz daraus ist jedoch, dass Sie unterschiedliche LDTS-Werte pro multi-aktivem Attribut erhalten. Wenn Sie PIT-Tabellen im Business Vault verwenden, benötigen Sie daher eine zusätzliche Multi-Active-PIT-Tabelle. Dieses Szenario ist in Abbildung 3 dargestellt.

Multi-active satellites

Abbildung 3: Die Notwendigkeit einer MA-PIT-Tabelle bei unterschiedlichen LDTS-Werten aktiver Datensätze pro Key.

Wenn Sie die multi-aktive Spalte in mehrere Spalten pivotieren können (eine Spalte pro Ausprägung), müssen Sie die oben genannten Vor- und Nachteile nicht berücksichtigen. In diesem Fall wandeln Sie den Multi-Active-Satelliten in einen Standard-Satelliten um. Bezogen auf unser Beispiel mit den Telefonnummern würden Sie einige neue Spalten pro Telefontyp erstellen.
Diese Lösung ist gut anwendbar, wenn Sie sicher sein können, dass sich die Ausprägungen der Telefontypen in Zukunft nicht ändern. Andernfalls müssen Sie Ihren Ladeprozess bei neuen Typen anpassen, um weiterhin alle gelieferten Daten zu erfassen.

Fazit

In diesem zweiten Beitrag zu Multi-Active-Satelliten haben wir die Hintergründe der verschiedenen Modellierungsansätze untersucht. Sie können diese Informationen nutzen, um abhängig von Ihren Datenstrukturen die optimale Multi-Active-Lösung zu wählen.
Beachten Sie dabei, dass es meist ratsam ist, die zu ladende Datenmenge frühzeitig zu begrenzen – wozu sich die LISTAGG()-Funktion hervorragend eignet. Wenn Sie eine Lösung mit potenziell unterschiedlichen LDTS-Werten nutzen, denken Sie daran, diese bei der Abfrage über entsprechende PIT-Tabellen zu berücksichtigen.

Page Title: Multi-Active Satellites richtig nutzen – Teil 1

Multi-Active Satellites in Data Vault 2.0

Mit Multi-Active Satellites können Sie mehrere aktive Datensätze für einen Business-Key speichern. Je nach Struktur der eingehenden Quelldaten gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Multi-Aktivität in Data Vault 2.0 abzubilden. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die verschiedenen Modellierungsoptionen vor.

Was sind Multi-Active Satellites?

Multi-Active Satellites ähneln in ihrem Aufbau den Standard-Satellites. Wie bereits erwähnt, speichern sie jedoch mehrere aktive Datensätze pro Key zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die genaue Struktur hängt dabei vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Ein Beispiel für ein solches Data-Vault-Modell finden Sie in Abbildung 1.

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Aufwandsschätzung in Data-Vault-2.0-Projekten

Aufwandsschätzung in Data-Vault-2.0-Projekten

In Data-Vault-2.0-Projekten empfehlen wir, den Aufwand mithilfe einer Function-Point-Analyse (FPA) zu schätzen. Bei der Auswahl einer Methode zur Aufwandsschätzung in agilen IT-Projekten stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. In diesem Artikel erfahren Sie, warum die FPA eine gute Wahl ist und warum Sie die Nutzung dieser Methode für Ihre eigenen Data-Vault-2.0-Projekte in Betracht ziehen sollten.

Das gute alte Planning Poker zur Aufwandsschätzung

Die wahrscheinlich bekannteste Methode zur Aufwandsschätzung in agilen Projekten ist Planning Poker. Im Verlauf des Prozesses werden sogenannte Story Points verwendet, die auf der Fibonacci-Folge (0, 0,5, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40 und 100) basieren, um den Aufwand einer bestimmten Aufgabe zu schätzen. Zu Beginn des Prozesses kommt das gesamte Entwicklungsteam zusammen und jedes Mitglied weist jeder User Story gleichzeitig die aus seiner Sicht angemessenen Story Points zu. Stimmen die Story Points überein, steht die finale Schätzung fest. Kann kein Konsens erzielt werden, wird der Aufwand so lange diskutiert, bis eine Entscheidung getroffen ist.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Technik einen hohen Aufwand verursacht, wenn entweder zu viele Aufgaben vorliegen oder das Team zu groß ist. Es stellt sich also die Frage: Funktioniert Planning Poker für Data-Vault-Projekte? Die kurze Antwort lautet: „Es ergibt wenig Sinn“. Da in Data Vault 2.0 die fachlichen Anforderungen in kleine Einheiten zerlegt werden, gibt es zahlreiche Aufgaben, die alle diskutiert und bewertet werden müssen. Zudem handelt es sich bei den Teilaufgaben in Data Vault 2.0 um standardisierte Artefakte wie Hubs, Links und Satellites. Im Prinzip stellen diese Artefakte stets denselben Aufwand dar.

Warum eignet sich die Function-Point-Analyse so gut?

Hier kommt die FPA ins Spiel und das ist auch der Grund, warum sie in agilen Softwareprojekten weit verbreitet ist. Die Idee besteht darin, dass Software aus den folgenden Charakteristika besteht, welche die Function Point Types darstellen:

  • External Inputs (EI) → Daten, die in das System gelangen
  • External Outputs (EO), External Inquiries (EQ) → Daten, die das System auf die eine oder andere Weise verlassen
  • Internal Logical Files (ILF) → Daten, die innerhalb des Systems erzeugt und gespeichert werden
  • External Interface Files (EIF) → Daten, die außerhalb des Systems verwaltet werden, aber zur Ausführung der Aufgabe erforderlich sind

Bei der FPA zerlegen Sie die Funktionalität für eine bessere Analyse in kleinere Einheiten. Wie bereits erwähnt, geschieht dies in Data-Vault-2.0-Projekten aufgrund der standardisierten Artefakte ohnehin schon. Aus diesem Grund eignet sich die FPA hervorragend für Data-Vault-Projekte.

Wie Sie die FPA in Data Vault 2.0 anwenden

Um die FPA in der Data-Vault-2.0-Methodik gewinnbringend einzusetzen, müssen die funktionalen Merkmale von Software – External Inputs, External Outputs, External Inquiries, Internal Logical Files und External Interface Files – an Data-Vault-Projekte angepasst werden. Die funktionalen Merkmale von Data Warehouses, die mit Data Vault aufgebaut sind, werden wie folgt definiert:

  • Stage load (EI)
  • Hub load (ILF)
  • Link load (ILF)
  • Satellite load (ILF)
  • Dimension load (ILF)
  • Fact load (ILF)
  • Report build (EO)

Bitte beachten Sie, dass auch weitere funktionale Komponenten definiert werden können, wie beispielsweise Business-Vault-Entitäten, Point-in-Time-Tabellen usw. Sobald Sie diese Komponenten definiert haben, sollten Sie eine Tabelle erstellen, die diese den Function Points zuordnet. Function Points dienen dazu, den Umfang der fachlichen Funktionalität zu quantifizieren, die ein Element einem Anwender bietet. Im Allgemeinen wird empfohlen, zunächst einen Komplexitätsfaktor hinzuzufügen.

Complexity Factor Person Hours per Function Point
Easy 0.1
Moderate 0.2
Difficult 0.7

Verwenden Sie anschließend die Komplexitätsfaktoren und die zugewiesenen Function Points pro Komponente, um die geschätzte Stundenzahl zu berechnen, die für das Hinzufügen der jeweiligen Funktionalität erforderlich ist. Hier ist ein kurzes Beispiel dafür, wie eine solche Zuordnungstabelle für Sie aussehen könnte:

Component Complexity Factor Estimated Function Points Estimated Total Hours
Hub Load Easy 2 0.2
Dimension Load Difficult 3 2.1
Report Build Difficult 5 3.5

Das Ziel der Schätzung besteht darin, die Entwicklung operationaler Informationssysteme zu standardisieren, indem der Aufwand berechenbarer gemacht wird. Wenn Sie einen systematischen Ansatz verwenden, um den erforderlichen Aufwand für das Hinzufügen von Komponenten zu schätzen, können Sie die geschätzten Werte nach Bereitstellung der Funktionalität mit den tatsächlichen Werten vergleichen. Durch den Vergleich beider Werte kann Ihr Team aus vergangenen Schätzungen lernen und künftige Schätzungen verbessern, indem die Function Points pro Komponente angepasst werden. Denken Sie auch daran, dass Ihre Entwickler im Laufe der Zeit an Erfahrung gewinnen oder durch Personalwechsel Erfahrung verloren gehen kann.

Fazit

Ich hoffe, dieser erste Einblick in die FPA hilft Ihnen zu verstehen, welchen grundlegenden Mehrwert sie Ihrem Team in Data-Vault-2.0-Projekten bieten kann. Einen tieferen Einblick in die Anwendung der FPA in Data-Vault-2.0-Projekten erhalten Sie im Buch „Building a Scalable Data Warehouse with Data Vault 2.0“ von Michael Olschimke und Dan Lindstedt.

Umgang mit der Validierung von Beziehungen in Data Vault 2.0

Validation of relationships in Data Vault 2.0

Validierung von Beziehungen in Data Vault 2.0

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Validierung von Beziehungen aus Quellsystemen zu handhaben. Dies hängt davon ab, wie die Daten geliefert werden (Full-Extract oder CDC) und wie ein Löschvorgang vom Quellsystem übermittelt wird – beispielsweise als Soft Delete oder Hard Delete. In Data Vault 2.0 unterscheiden wir Daten nach Schlüsseln (Keys), Beziehungen und Beschreibungen.

Dennoch ist die Handhabung und Validierung von Beziehungen in Data Vault 2.0 ein oft unterschätzter Aspekt.
Im folgenden Blogartikel erklären wir, was Sie beachten müssen und wie Sie am besten damit umgehen.

 

Löschungen in Data Vault 2.0

Zuerst betrachten wir die verschiedenen Arten von Löschungen (Deletes) in Quellsystemen:

  1. Hard Delete – Ein Datensatz wird im Quellsystem physisch gelöscht und existiert dort nicht mehr.
  2. Soft Delete – Der gelöschte Datensatz bleibt in der Datenbank des Quellsystems bestehen, wird jedoch als gelöscht gekennzeichnet.

Als Nächstes untersuchen wir, wie wir diese Daten in der Staging Area identifizieren:

  1. Full-Extract – Dies kann der aktuelle Zustand des Quellsystems oder ein Delta- bzw. inkrementeller Extrakt sein.
  2. CDC (Change Data Capture) – Es werden nur neue, aktualisierte oder gelöschte Datensätze geliefert, um Daten inkrementell oder als Delta zu laden.

Um die folgende Erklärung so einfach wie möglich zu halten, gehen wir davon aus, dass wir Beziehungen als gelöscht markieren wollen, sobald wir die Löschinformationen erhalten – selbst wenn kein Audit-Trail aus dem Quellsystem vorliegt (Data Aging ist hierbei ein anderes Thema).

Erkennung von Löschungen und Validierung von Beziehungen in Data Vault 2.0

Die Erkennung von Löschungen für Business Keys oder Hubs ist unkompliziert. Soft Deletes werden direkt als beschreibende Attribute im Satelliten behandelt – unabhängig davon, ob die Daten aus einem Full-Extract oder über CDC eingehen. Bei Hard Deletes im Quellsystem müssen wir hingegen zwischen Full-Extract und CDC unterscheiden.
Hier führen wir den Effectivity-Satelliten ein. Dabei gilt:

  1. Full-Extract – Führen Sie einen Abgleich (Lookup) mit der Staging Area durch, um zu prüfen, ob der Business Key noch existiert. Wenn nicht, fügen Sie einen Datensatz mit den Löschinformationen (d. h. ein Flag und ein Datum) in den Effectivity-Satelliten ein.
  2. CDC – Sie erhalten eine „Delete“-Information, was direkt zu einem neuen Eintrag im Effectivity-Satelliten führt.

Die Erkennung gelöschter Beziehungen erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit und wird oft übersehen. Bei einem Full-Extract können Sie denselben Ansatz wie bei Business Keys verfolgen: Prüfen Sie einfach, ob der Link-Hash-Key im aktuellen Staging-Ladevorgang vorhanden ist, und fügen Sie bei Bedarf einen neuen Eintrag in den Effectivity-Satelliten ein.

Heutzutage setzt sich CDC immer mehr durch. Da diese Methode jedoch nur Deltas liefert, besteht die Herausforderung darin, nicht mehr existierende Beziehungen zu identifizieren. Das folgende Beispiel zeigt eine Beziehung zwischen den Business-Objekten Customer und Company. Dies ist eine 1:n-Beziehung:

Validation of relationships in Data Vault 2.0

Abbildung 1: Tabellen Customer und Company

Die Link-Tabelle in Data Vault sieht wie folgt aus:

Validation of relationships in Data Vault 2.0

Tabelle 1: Customer-Link

Zur besseren Lesbarkeit und Vereinfachung stellen wir die Business Keys anstelle von Hash-Keys dar und verzichten auf die Darstellung von Systemfeldern wie dem Load-Date-Timestamp und der Record-Source.

So weit, so gut. Was passiert jedoch, wenn ein Kunde für ein anderes Unternehmen tätig wird? Dies führt zu einem neuen Datensatz in der Link-Tabelle. Der CDC-Mechanismus liefert die Daten als Update der Customer-Tabelle.

Validation of relationships in Data Vault 2.0

Abbildung 2: Quelltabellen und Link nach Unternehmenswechsel

Woher stammt die Information, dass Customer 4711 nicht mehr für Company 1234 arbeitet, und wo wird diese gespeichert? Es muss ein Soft Delete für den alten Link-Eintrag im Data Warehouse durchgeführt werden, um die Datenkonsistenz zu wahren. Aktuell sieht es so aus, als ob der Kunde für beide Unternehmen tätig wäre, da beide Links aktiv sind.

Hierfür gibt es zwei mögliche Lösungswege:

  1. Sie erhalten die „Gültig von“- und „Gültig bis“-Angaben in Ihrem Audit-Trail und identifizieren eine Differenz bei der company_id. In diesem Fall erstellen Sie zwei neue Einträge im Effectivity-Satelliten: Der erste markiert die alte Beziehung (von) als gelöscht, der zweite die neue Beziehung (bis) als aktiv (nicht gelöscht). Es ist notwendig, neue Beziehungen als „nicht gelöscht“ einzufügen, damit Sie Hash-Keys flexibel aktivieren und deaktivieren können.
    Bedenken Sie dabei auch das Szenario, dass Customer 4711 später wieder für Company 1234 tätig wird.
  2. Falls diese Angaben fehlen, müssen Sie die CDC-Daten entweder in eine Persistent Staging Area (PSA) laden, um die gesamte Historie der gelieferten Daten aufzubewahren, oder in ein Source Replica überführen. Im Source Replica erstellen Sie ein Spiegelbild des Quellsystems, indem Sie es mit den CDC-Daten speisen. Dabei führen Sie bei einem „Update“-Signal ein Hard Update und bei einem „Delete“-Signal ein Hard Delete durch. Bei der Verwendung eines Source Replica können Sie denselben Ansatz wie bei Vollabzügen (Full-Loads) verfolgen: Sie führen einen Join auf das Replica aus, um zu prüfen, ob der Hash-Key noch existiert.
    Der größte Nachteil dieser Methode ist der höhere Scan-Aufwand, was zu einer höheren I/O-Last führt. Bei der Verwendung einer Persistent Staging Area können Sie Änderungen in einer Beziehung mithilfe der Window-Funktion lead() ermitteln. Dabei partitionieren Sie nach der technischen ID (in diesem Fall Customer_ID) und sortieren nach dem Load Date Timestamp.
    Sobald sich der Link-Hash-Key unterscheidet, hat sich die Beziehung geändert und die vorherige existiert nicht mehr..

Das Ergebnis ist der folgende (logische) Effectivity-Satellit:

Validation of relationships in Data Vault 2.0

Tabelle 2: Effectivity-Satellit auf dem Link

Fazit

In diesem Artikel haben wir zwei wesentliche Aspekte behandelt. Erstens extrahieren wir in Data Vault 2.0 Beziehungsinformationen direkt aus den Quelltabellen, weshalb die Validierung dieser Informationen besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Zweitens bietet Ihnen die Art der Datenbereitstellung (Delta via CDC oder Full-Extract) unterschiedliche Optionen für den Ladevorgang. Bei großen Datenmengen ist CDC definitiv die bevorzugte Methode. Zudem erfasst der CDC-Mechanismus alle Änderungen direkt aus der Quelle, was das Laden von Daten in (nahezu) Echtzeit erheblich erleichtert.